Ausstellung »Projektionen« im LVR-LandesMuseum Bonn

Einladungskarte

In der Ausstellung „Projektionen“ stellt Sigrid Redhardt gemalte Portraits, Dia-Projektionen auf Malerei und Videos (bewegte Malerei) auf experimentelle Weise nebeneinander. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten der Museumsdirektorin Dr. Gabriele Uelsberg und von den Düsseldorfer Kuratoren Kay Heymer und Dr. Stephan von Wiese.

Neben sechs großformatige Portraits eines schlafenden Mädchens (200 x 200 cm) zeigt Sigrid Redhardt ein Tripthychon (je 120 x 80 cm) sowie eine Serie von 72 Portraits im Format von je 45 x 35 cm, die auf drei Stellagen mit je 24 Bildern präsentiert werden.

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Diese Malereien, die nach Fotoverlagen gemalt sind, geben alle das Gesicht eines jungen Mädchens in verschiedener Mimik und verschiedenem Ausdruck wieder. Da es mehr gemalte Portraits als Fotovorlagen gibt, wiederholt sich das Motiv in unterschiedlicher Malweise und das Auge wandert beim Betrachten der Bildtafeln hin und her. Man vergleicht unwillkürlich und erinnert sich an gerade gesehene Ähnlichkeit oder ist irritiert über die Verschiedenartigkeit des Gesichtes und der Malerei.

Diese Portrait-Serie wurde zur Grundlage für die Videos. Mit einem speziellen Morphprogramm hat Sigrid Redhardt die einzelnen Portraits der Serie in ganz langsamen Bewegungen ineinander übergehen lassen. Aus Malerei wird „bewegte Malerei“. Der Moment des Festhaltens, der klaren Erinnerung, löst sich auf in der unendlichen Bewegung.

Außer Malerei und Videos zeigt Sigrid Redhardt immer wieder unterbrochene Diaprojektionen von s/w-Dias auf Malerei und zwar auf die gemalte Silhouette des Mädchens. Aufgrund der sich immer wiederholenden Unterbrechung der Projektion sieht man das Bild einmal nur als Malerei und flächige Silhouette, gleich einem Schattenriss, und zum anderen, als Symbiose aus Malerei und Projektion, als Profilportrait. Die Veränderungen, die dadurch entstehen, erinnern an frühe Sepia- und handkolorierte Fotografie. Bei seitenverkehrter Projektion wird das Profil zum Januskopf. Als Schattenriss erinnert es an die Legende von der Entstehung der Portraitmalerei als Erinnerungshilfe an einen Menschen.